Lehmstein, tragend

Lehmstein (LS) – tragend – DIN 18945 – p 3 – II – 2,2 – S (295 × 140 × 90)

Formgepresste Lehmsteine sind unser Kernprodukt. Geprüft nach DIN 18945 sind sie für tragendes Mauerwerk bis Gebäudeklasse 4 geeignet.

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Die Steine sind ungebrannt und kommen vollständig ohne Zement aus. Ihre hohe Masse sorgt für eine besonders ausgewogene Raumluft, exzellenten Schallschutz und einen idealen sommerlichen Hitzeschutz.

Verfügbar ab Sommer 2026
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Datenblatt

Lehmmauermörtel

Lehmmauermörtel (LMM) – DIN 18946 – 0/4 m – M2,0 – 2,0

Unser Lehmmauermörtel aus regionalem Aushubmaterial ist ideal auf unsere Lehmsteine abgestimmt und eignet sich für tragendes wie nichttragendes Mauerwerk.

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Der Mörtel wird in unserem Berliner Werk hergestellt und erdfeucht im Big Bag ausgeliefert. Die verarbeitungsgerechte Konsistenz wird auf der Baustelle durch die Zugabe von Wasser eingestellt.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist Baustellenaushub?

Baustellenaushub bezeichnet Bodenmaterial, das bei Bauarbeiten, etwa für Baugruben, Fundamente, Keller oder Leitungsgräben, ausgehoben wird. Es handelt sich überwiegend um natürlich gewachsenen Boden und nicht selten um Baulehm, also ein natürliches Gemisch aus Kies, Sand, Schluff und Ton. Unsere Qualitätskontrolle stellt dabei sicher, dass es sich um 100% natürlichen, schadstofffreien Boden handelt.

Bodenaushub ist nach Masse der größte Abfallstrom Deutschlands. Jährlich entstehen viele Millionen Tonnen, von denen ein erheblicher Anteil deponiert oder nur geringwertig verwertet wird. Das bedeutet: Es besteht keine Materialknappheit - Aushub fällt kontinuierlich und regional verteilt an, überall dort, wo gebaut wird.

Anstatt neue Rohstoffe im Tagebau zu gewinnen, nutzen wir dieses bereits bewegte Material als Ausgangsstoff für hochwertige Lehmbaustoffe. So bleibt der Stoffkreislauf lokal, zusätzliche Landschaftseingriffe werden vermieden und ein vorhandener Materialstrom wird in ein leistungsfähiges Bauprodukt überführt.

Wie hoch ist der CO₂-Fußabdruck eurer Produkte?

Durch unser Formpressverfahren, bei dem erdfeuchter Lehm zu Steinen verdichtet wird, und die anschließende Lufttrocknung verursachen unsere Lehmsteine nur einen Bruchteil der Emissionen konventioneller Mauerwerksbaustoffe. Energieintensive Brennprozesse sowie der Einsatz emissionsintensiver Bindemittel wie Zement entfallen vollständig.

Unsere Lehmsteine verursachen in der Produktphase (Module A1-A3 gemäß EN 15804) 9,95 kg CO₂-Äquivalente pro m³.

Zum Vergleich: Konventionelle mineralische Mauerwerksbaustoffe liegen, abhängig von Rohstoff, Dichte und Herstellverfahren, typischerweise im Bereich von etwa 113 bis 305 kg CO₂-Äquivalenten pro m³ (ebenfalls bezogen auf A1-A3). Damit weisen unsere Lehmsteine in der Herstellungsphase eine deutlich geringere Klimawirkung auf.

Die genannten Werte basieren auf einer eigenen Ökobilanzierung nach der Methodik der EN 15804. Sie stellen derzeit keine extern verifizierte Umweltproduktdeklaration (EPD) dar. Nach Etablierung einer kontinuierlichen Serienproduktion und stabiler Prozessdaten ist die Erstellung einer verifizierten EPD für 2027 vorgesehen.

Wie werden die Lehmsteine hergestellt?

Der Baustellenaushub wird zunächst materialanalytisch geprüft. Dabei werden Kornverteilung, Plastizität und Bindigkeit bestimmt sowie mögliche Kontaminationen oder bauschädliche Salze ausgeschlossen.

Anschließend erfolgt die mechanische Aufbereitung. Das Material wird gekollert, definiert befeuchtet und gemaukt, bis eine homogene Masse mit exakt eingestellter Kornabstufung und Verarbeitungsfeuchte vorliegt.

Der erdfeuchte Rohstoff wird daraufhin in einer hydraulischen Presse unter hohem Druck formverdichtet. Durch die kontrollierte Presskraft erreichen die Steine ihre spezifizierte Rohdichte, Maßhaltigkeit und strukturelle Festigkeit.

Die anschließende Lufttrocknung erfolgt über einen Zeitraum von etwa 14 Tagen unter kontrollierten Bedingungen; ohne Brennprozess und ohne zusätzliche thermische Energiezufuhr. Nach Abschluss der Trocknung werden die Steine qualitätsgeprüft, palettiert und sind auslieferungsbereit.

Gibt es rechtliche Hürden bei der Anwendung?

Nein. Unsere Produkte werden nach den geltenden technischen Regeln für den Lehmbau hergestellt. Die Lehmsteine sind gemäß DIN 18945 geprüft und können in Verbindung mit DIN 18940 für tragendes Mauerwerk eingesetzt werden. Auch unsere weiteren Produkte orientieren sich an den einschlägigen Normen und Regelwerken.

Vor dem Inverkehrbringen durchlaufen unsere Produkte eine externe Erstprüfung. Zusätzlich garantieren wir durch kontinuierliche Qualitätssicherung im Herstellungsprozess eine gleichbleibende Materialgüte. Dazu gehören regelmäßige Prüfungen relevanter Kennwerte sowie eine dokumentierte werkseigene Produktionskontrolle.

Unsere Baustoffe können somit im Rahmen der geltenden technischen Regeln eingesetzt werden. Wie bei jedem Material sind jedoch die spezifischen Anforderungen an Planung, Bemessung und Ausführung zu beachten.

Was kann ich mit euren Produkten bauen?

Mit unseren Produkten lassen sich grundsätzlich sämtliche Wandbauteile eines Gebäudes realisieren; sowohl tragende als auch nichttragende Wände.

Besonders geeignet ist Lehm für tragende Innenwände in Situationen, in denen eine hohe akustische Entkopplung gewünscht ist. Durch seine hohe Masse bietet Lehm sehr gute Schalldämmwerte; sowohl innerhalb einer Nutzungseinheit (z. B. zwischen Wohn- und Schlafbereich oder zwischen Klassenzimmern) als auch zwischen Nutzungseinheiten, etwa bei Doppelhaushälften.

Auch Außenmauerwerk ist möglich, sofern ein geeigneter Witterungsschutz sichergestellt wird, beispielsweise durch eine vorgehängte Fassade oder eine andere wetterabweisende Gebäudehülle. In solchen Konstruktionen kann Lehm das Primärtragwerk bilden, vertikale und horizontale Lasten abtragen und zur Aussteifung des Gebäudes beitragen.

Darüber hinaus eignet sich Lehm hervorragend für hybride Bauweisen. Er kann als tragendes Massivbauteil mit Holzbau kombiniert werden, etwa in Mischkonstruktionen aus Holzrahmenbau und Lehmmassivbau oder als Ausfachung in Holzrahmenkonstruktionen. So lassen sich die jeweiligen materialtypischen Vorteile gezielt verbinden.

Sind die Steine wasserfest?

Lehmsteine sind nicht wasserfest im Sinne wasserundurchlässiger Baustoffe. Als ungebrannte, kapillaraktive Materialien reagieren sie auf direkte und dauerhafte Durchfeuchtung.

Für den regulären Einsatz im Hochbau stellt das jedoch kein Problem dar, sofern der konstruktive Feuchteschutz berücksichtigt wird. Dazu zählen insbesondere ein wirksamer Sockelschutz gegen aufsteigende Feuchtigkeit, ein zuverlässiger Witterungsschutz bei Außenwänden (z. B. durch eine vorgehängte Fassade oder geeignete Putzsysteme) sowie eine fachgerechte Detailausbildung, die das Bauteil dauerhaft vor Schlagregen und stehender Nässe schützt.

Zur Erhöhung des Oberflächenschutzes können Wandflächen mit geeigneten Wachsen oder Ölen behandelt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Diffusionsoffenheit erhalten bleibt, damit die feuchteregulierende Wirkung des Lehms nicht beeinträchtigt wird.

Für den Bauablauf bedeutet dies, dass Lehmbauteile während der Errichtung nicht dauerhaft ungeschützt der Witterung ausgesetzt sein sollten. Direkte Regeneinfall oder stehende Nässe sind zu vermeiden. Ein temporäres Baustellendach oder eine sichere Eindeckstrategie sind daher bei der Ausführung erforderlich.

Wie viele Steine brauche ich pro Quadratmeter Mauerwerk?

Das hängt vom Anwendungsfall und der statischen Funktion der Wand ab.

Tragendes Mauerwerk aus earthbound Steinen wird in der Regel mit einer Wanddicke von 295 mm (eine Steintiefe) ausgeführt. Dafür werden etwa 70 Lehmsteine pro m² benötigt.

Wenn das Mauerwerk zusätzlich zur Aussteifung des Gebäudes beiträgt oder höhere Lasten aufnehmen muss, kann eine größere Wanddicke erforderlich sein, beispielsweise 450 mm (1,5 Steine tief). In diesem Fall werden rund 105 Steine pro m² verbaut.

Für nichttragende Innenwände können die Steine im Läuferverband vermauert werden, was zu einer Wanddicke von 140 mm führt. Hierfür werden etwa 35 Steine pro m² benötigt.

Die genaue Auslegung erfolgt im Rahmen der statischen Planung gemäß DIN 18940.

Kann ich Lehmsteinmauerwerk streichen oder verputzen?

Ja, Lehmsteinmauerwerk kann gestrichen, verputzt oder anderweitig oberflächenbehandelt werden.

Grundsätzlich gilt dabei das Prinzip der Diffusionsoffenheit. Lehmfarben und Lehmputze sind besonders geeignet, da sie die kapillaraktive und feuchteregulierende Wirkung des Lehms erhalten. So bleiben die bauphysikalischen Mehrwerte, insbesondere die Feuchtepufferung und das ausgeglichene Raumklima, vollständig wirksam.

Auch ein Schlämmen der Oberfläche ist möglich. Dabei werden die Fugen mit einem nassen Schwamm leicht angezogen und optisch zurückgenommen, sodass das Mauerwerk als ruhigere, zusammenhängende Fläche wirkt, ohne den natürlichen Farbton wesentlich zu verändern.

In ausgewählten Anwendungsbereichen kann es sinnvoll sein, wasserbeständigere Materialien einzusetzen. Kalkputze oder mineralische Fliesenbeläge eignen sich beispielsweise für Bäder, Küchen oder andere stärker beanspruchte Zonen. Hier ist auf eine fachgerechte Detailausbildung zu achten, damit Feuchtigkeit nicht dauerhaft in das Bauteil eingetragen wird.

Grundsätzlich sind auch andere mineralische Beschichtungen möglich. Weniger geeignet sind stark diffusionshemmende Anstriche oder dichte Beschichtungssysteme, da sie die Feuchteregulierung und Recyclierbarkeit des Materials einschränken können.

Wie kann Lehm die Raumluft verbessern?

Lehm wirkt auf natürliche Weise feuchteregulierend. Aufgrund seiner kapillaraktiven und diffusionsoffenen Struktur kann er Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen, zwischenspeichern und bei Bedarf wieder abgeben. Dadurch werden Feuchte- und Trockenspitzen abgepuffert und die relative Luftfeuchtigkeit im Raum auf einem angenehmen Niveau stabilisiert.

Eine ausgeglichene Raumfeuchte reduziert das Risiko von Schimmelbildung, verbessert das thermische Empfinden und trägt zu einem gesunden Innenraumklima bei. Gleichzeitig ist Lehm emissionsfrei und kommt ohne synthetische Bindemittel oder Zusatzstoffe aus, wodurch keine petro-chemischen Ausdünstungen an die Raumluft abgegeben werden.

Durch diese Kombination aus Feuchteregulierung und Materialgesundheit leistet Lehm einen messbaren Beitrag zu einem stabilen und wohngesunden Innenraumklima.

Wie lange sind die Produkte haltbar?

Lehmbaustoffe sind bei sachgerechter Planung und dauerhaftem Feuchteschutz praktisch unbegrenzt haltbar. Es findet keine chemische Alterung oder materialbedingte Versprödung statt. Solange das Bauteil konstruktiv vor dauerhafter Durchfeuchtung geschützt ist, tritt keine natürliche Materialermüdung ein.

Gebrauchsbedingte Oberflächenbeanspruchungen, etwa durch mechanische Einwirkungen oder Verschmutzungen, können einfach instandgesetzt werden. Durch Wasserzugabe wird Lehm wieder plastisch und lässt sich lokal ergänzen und überarbeiten. Auch Bohrlöcher können materialgleich verfüllt werden.

Die Reversibilität und Reparaturfähigkeit sind materialimmanent und tragen wesentlich zur langfristigen Nutzungsdauer bei - ein besonderer Vorteil von Lehm als Baustoff.